2017 Patagonien/Feuerland - friendsontour.de

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2017 Patagonien/Feuerland

Vom 22. Januar bis 8. Februar 2017
 
4000 Kilometer durch Patagonien und Feuerland
 
Mit bunten Kisten über staubige Pisten


Unser Reiseziel liegt 15.000 Flugkilometer von unserer Heimat entfernt. Jeweils im Süden der beiden nicht gerade befreundeten Staaten Chile und Argentinien liegt die Region Patagonien. Die Magellan-Straße begrenzt im Süden diese Region. Südlich dieser Meeresstraße liegt Feuerland, welches auch (genau wie Patagonien) von der Staatsgrenze Chile/Argentinien durchzogen ist.

„Patagonien – ein düsteres und wildes Land. Der ewige eiskalte Wind wütet durch die Ebene, die Magellanstraße war jahrhundertelang der Albtraum aller Seefahrer", notierte Charles Darwin im Bericht über seine Weltreise. Oder an einer anderen Stelle: „Tierra del Fuego, Feuerland – der Name allein löst Assoziationen aus: von sturmumtosten Inseln, von Kälte und ewiger Finsternis …“
Wir sind sehr gespannt, wie sich uns der Traum aller Trekking-Fans in den nächsten zwei Wochen präsentiert.

Details zu den einzelnen Stationen unserer Reise gibt's hier...

Fotos mit rotem Glanz bei Maus-Berührung: Fotogalerie nach Klicken
In Punta Arenas wird unsere Tour starten. Der Flug dahin verläuft in den letzten Stunden längs der Anden. Von hier oben bekommen wir einen Vorgeschmack, was wir in den nächsten Wochen an Highlights erleben dürfen:
Gletscher, die sich  - quasi auf Meereshöhe - ins Wasser ergießen. Bei diesem Kalben hinterlassen sie eine Schleppe von Eisbrocken auf der Wasseroberfläche.
Scheinbar auf Augenhöhe passieren wir steil aufragende Granitfelsen, deren Spitzen die Wolken durchstoßen.
Punta Arenas: In der Autovermietung angekommen sind wir mit unserem Pick-up nicht zufrieden. Er hat keine - wie vereinbart - geschlossene Abdeckung auf der Ladefläche. Unsere Rucksäcke über tausende Kilometer dem Regen und Staub sowie einem Diebstahl auszusetzen, können wir uns nicht vorstellen.
Im nächsten (und offensichtlich einzigen) Baumarkt hoffen wir eine Lösung zu finden...
Nach einer Stunde des Beratens hier die Lösung: Vier Kisten, die jeweils den Inhalt eines Rucksacks aufnehmen, sowie eine größere Kiste für die Lebensmittel und das Koch-Equipment.
Ergebnis: Mehr Übersicht als in einem Rucksack, in der Gesamtheit als Tischfläche zu verwenden und gegen den schnellen Diebstahl mit einem Seil gesichert.
Unser erstes Ziel in Patagonien: Fitz Roy
So sehen die Granitfelsen, die wir bereits vom Flugzeug aus gesehen haben, von unten aus. Sie ragen mehr als 3000 Meter in den Himmel und sind eine der Hauptattraktionen des Nationalparks Los Glaciares. Wegen der extremen und unberechenbaren Wetterbedingungen blieben viele Besteigungsversuche erfolglos.
Wir haben Glück, denn für den patagonischen Sommer haben wir optimale Verhältnisse: Sonne und nur wenige Regenschauer bei noch ansehnlichen 15°C. Und unser Ziel ist auch kein Gipfel, sondern wir folgen den ausgeschilderten Pfaden des Parks.  

Der Gletscher Perito Moreno ist für uns das Highlight Nr.1 in Patagonien.
Weltweit eine Seltenheit, dass man sich so nah der Abbruchkante eines Gletschers nähern kann. Und ebenso sensationell: Dieser Gletscher ist einer der wenigen, der nicht schrumpft, sondern stetig wächst.
Ständig brechen aus dieser 60 Meter hohen Eiswand kleine und große Stücke ins Wasser und bilden dabei eine ordentliche Wellenfront. Beeindruckend auch die Geräuschkulisse: Ständig knistert und knackt es im ganzen Gletscher.   
Unser nächstes Ziel ist der Nationalpark Torres del Paine, der wieder in Chile liegt. In zwei Tageswanderungen erkunden wir die Region, deren Fotos weltweit Patagonien versinnbildlichen.
Die erste Track führt uns zum Fuße der Torres del Paine. Ziel ist ein kleiner Gletschersee, der den Türmen direkt gegenüber liegt. Morgens haben wir die drei Türme noch fast wolkenlos gesehen – jetzt zieht es sich mehr und mehr zu. Worin liegt das Geheimnis dieser Berge? Hunderte wandern jeden Tag hier lang, nur um an den Fuß dieser Türme zu gelangen, die an 300 Tagen des Jahres in dichte Wolken gehüllt sind.
Die zweite Wanderung führt uns entlang des Lago Grey, der vom gleichnamigen Grey-Gletscher gespeist wird.
Zäune, soweit das Auge reicht! Zäune sind hier allgegenwärtig; jede Straße, jede Schotterpiste, jeder noch so kleine Fahrweg ist beidseitig eingezäunt. Sie sind ein Einschnitt in das ursprüngliche Wanderverhalten der Tierwelt dieser Gegend. Nandus und junge Guanakos können ihn nicht überwinden.
Mit dieser Fähre überqueren wir die Magellanstraße. Diese Meerenge ist an dieser Stelle nur etwa viereinhalb Kilometer breit. Es herrscht ordentlich Seegang – die Gischt fegt über die gesamte Fähre. Mit unserem Kisten-Pick-up quetschen wir uns zwischen die eng stehenden LKW.

Nun sind wir auf Feuerland. Das Land mancher Träume, um das sich die Mythen von wild, kalt und windig bis heute halten.

Einmal argentinische Steaks selber grillen. Im Nationalpark Tierra del Fuego gehen wir das an! Nachdem alle Zutaten besorgt sind, knistert und funkt es in der leicht maroden Grillstelle. Jeder ein knappes Pfund bestes Rindfleisch, auf der Estrichmatte auf den Punkt gegrillt – als Beilage glasig angeschwitzte Zwiebeln. Summa summarum: Ein Gedicht!
Als die Estancia San Gregorio aufgegeben wurde, hat man das Schiff, mit dem zuvor die Wolle dieser Schaffarm exportiert wurde, einfach sich selbst überlassen. Heute ist das gestrandete Wrack ein rostiges Denkmal für die Glanzzeit der Wollbarone Südamerikas. Auf unserer Fahrt durch Patagonien haben wir kaum noch Schafe gesehen.

Es gibt nicht viele Stellen auf der Welt, die man mit dem Auto erreichen kann, um dort frei lebende Königspinguine zu beobachten. Diese Gruppe von ca. 100 Tieren ist wohl ziemlich standorttreu und lässt sich von den menschlichen Beobachtern kaum beeindrucken.

Etwas aufwendiger ist der Besuch der Robbeninsel Santa Marta mit einem Motorboot. Ein Landgang ist nicht möglich, aber der ganze Strand und die Felsen sind ja auch dicht mit lärmenden Robben bevölkert.
An der Südspitze von Südamerika ist es auch im Sommer kalt!

Abenteuer waren die zwei Wochen nun nicht so richtig, es handelte sich eher um eine Aneinanderreihung von vielen sogenannten „Coca-Cola-Routen“.
Aber wir haben fast 4000 Kilometer ohne Panne oder Unfall auf uns fremden Straßen hinter uns gebracht. Trotz der Beeinträchtigungen einiger Kameraden haben wir alle geplanten Highlights erleben dürfen. Es mag sein, dass Unwägbarkeiten und Herausforderungen das Salz in der Suppe unserer Touren sind, aber wenn wir das mit unserer langjährigen Erfahrung und der dadurch bedingten Gelassenheit als gar nicht mehr so extrem wahrnehmen, dann können wir bei einer Tour ans Ende der Welt auch ruhig mal entspannen.

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