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Orientierung/Reiseverlauf

Auf Tour > 2019 Mauretanien
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Mauretanien ist fast dreimal so groß wie Deutschland, aber im Bewusstsein der Deutschen kaum vorhanden. Ja, es gibt sogar Leute, die wissen nicht einmal wo Mauretanien liegt (die Fans der Wüsten-Rallye Paris-Dakar mal ausgenommen). Und Wüste ist auch schon das erste Stichwort zu Mauretanien. Der größte Teil des Landes gehört zur Sahara. Sie reicht teilweise direkt bis an den Atlantischen Ozean. Nur im Süden gibt es einen kleinen Landstrich den man der Sahelzone zuschlägt. Die Sahelzone ist zudem auch eine ethnologische Grenze. Ab hier beginnt in Richtung Süden „Schwarzafrika“, ein früher oft benutzter Begriff. Nördlich davon bezeichnen sich die Menschen der Wüste als Berber (oder Mauren) und sind tatsächlich auffallend heller. Es ist eine traurige Bürde Mauretaniens, dass sich hier, im Gegensatz zu allen anderen Ländern Welt, bis heute hellhäutige Menschen farbige Menschen als Sklaven „halten“. Eine Eigentumsvorstellung, die zwar offiziell seit 2007 unter Strafe steht, aber trotzdem heute noch gängige Praxis ist.
Politisch ist das Land recht stabil und kommt gut mit seinen Nachbarn aus. Als der nördlich angrenzende Staat Westsahara unabhängig wurde, führte Mauretanien zwar Krieg mit Marokko um die Vormachtstellung, aber Mauretanien war so klug, sich auf dem Verhandlungswege einige Rechte zu sichern und Marokko als unrechtmäßigen Okkupant der Westsahara in der Welt dastehen zu lassen. Marokko seinerseits traute dem „Verhandlungs-Frieden“ nicht und verminte die Grenze zwischen Mauretanien und der Westsahara. Erst vor einigen Jahren wurden diese Minen (soweit sie gefunden wurden) entfernt.
Mauretanien gilt als eines der ärmsten Länder der Welt. Aufgrund der unwirtlichen Bedingungen ist Landwirtschaft in größerem Umfang nur im Süden des Landes möglich. Die Haupteinnahmequellen bestehen aus Fanglizenzen für die äußerst fischreichen Küstengewässer sowie dem Export von Eisenerz. Sogar aus dem Weltall lassen sich mitten in der Wüste die dunklen Berge ausmachen, die das wertvolle Metall enthalten.  
Uns zieht es in den Norden, denn hier gibt es etwas Interessantes für uns: Eine Eisenbahnstrecke. Nicht irgendeine Eisenbahn, sondern eine, die unserem Geschmack entspricht. Sie verläuft durch menschenleeres Wüstengebiet, ist eine einspurige, rudimentäre Strecke und hat an Extremen viel zu bieten: Die Züge, die hier fahren, sind gemäß einigen Quellen die längsten und schwersten der Welt. Dass es sich ausschließlich um Güterzüge handelt, die das Eisenerz in offenen Wagons zur Küste transportieren, spornt uns nur noch zusätzlich an ...
Reiseverlauf
Von Frankfurt geht es per Flieger über Casablanca zur Hauptstadt Mauretaniens Nouakschott. Dort vermittelt uns unser Kontaktmann Idoumou einen Exklusiv-Transfer mittels Pick-up nach Atar. Am nächsten Morgen gönnen wir uns mit dem gleichen Fahrer einen Ausflug in das historisch interessante Chinguetti. Die Schotterstrecke dorthin führt über die Höhen des legendären Adrar-Massivs.

Zurück in Atar verabschieden wir den Fahrer und organisieren unser Weiterkommen. Mit einem Kleinbus geht es über die neue Teerstraße nach Choum. Hier stoßen wir auf den Schienenstrang der Erzbahn. Noch in der Abenddämmerung begehen wir die Eisenbahnstrecke und beobachten nachts das Vorbeifahren eines kilometerlangen Güterzugs.

Am nächsten Morgen nehmen wir den ersten Zug mit leeren Waggons nach Zouérat. Dort angekommen, orientieren wir uns und besteigen am Nachmittag des darauffolgenden Tags einen mit Eisenerz gefüllten Zug. Dieser Zug erreicht nach ca. 18 Stunden Fahrt am nächsten Mittag den Hochseehafen von Nouadhibou.

Danach verschaffen wir uns noch einen Eindruck von dem Natur- bzw. Nationalpark Banc d’Arguin und erreichen zwei Tage vor dem Rückflug die Hauptstadt Nouakchott.
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